Im Oktober wandert das meiste Werkzeug so in den Schuppen, wie es zuletzt benutzt wurde. Erde an der Spatenkante, Harz an der Astschere, ein Schlauch, der noch halb voll in der Ecke liegt. Im April rächt sich das dann alles auf einmal: Die Schere klemmt, der Akku hält keine zehn Minuten, und aus der Außenzapfstelle kommt nichts oder plötzlich viel zu viel. Wer Gartengeräte winterfest machen will, braucht dafür keinen ganzen Tag. Ein konzentrierter Nachmittag reicht, und er verhindert Schäden, die schnell in den dreistelligen Bereich gehen.

Der beste Termin liegt vor dem ersten Frost

In den meisten Regionen Deutschlands fällt die erste Frostnacht zwischen Ende Oktober und Mitte November, in höheren Lagen deutlich früher. Warten Sie nicht auf die Wettervorhersage mit der Minusgrad-Warnung, denn genau in dieser Nacht platzt die Leitung, an die niemand gedacht hat.

Sinnvoll ist eine Reihenfolge vom Wasser zum Werkzeug. Alles, was einfrieren und dabei kaputtgehen kann, kommt zuerst dran. Werkzeug rostet langsam und verzeiht ein paar Wochen Verzögerung, ein gesprengtes Kupferrohr in der Außenwand nicht.

Außenzapfstelle und Gartenschlauch vor dem Frost sichern

Der klassische Außenwasserhahn hat ein Absperrventil im Haus, meist im Keller oder im Hauswirtschaftsraum. Drehen Sie dieses Ventil zu und öffnen Sie danach den Hahn draußen vollständig, damit das Restwasser aus dem Rohrstück ablaufen kann. Viele vergessen den zweiten Schritt und wundern sich im März über eine nasse Wand. Bleibt der Außenhahn den Winter über offen stehen, kann sich auch kein Wasser sammeln, das später gefriert.

Hand öffnet Außenwasserhahn an Hauswand zum Entleeren, daneben aufgerollter Gartenschlauch

Absperren allein genügt nicht. Erst der geöffnete Hahn lässt das Restwasser aus dem Rohrstück in der Außenwand ablaufen.

Manche Zapfstellen haben ein zusätzliches Entleerungsventil neben dem Absperrhahn, erkennbar an einer kleinen Kappe oder Schraube. Diese öffnen Sie, halten einen Eimer darunter und schließen sie erst wieder, wenn nichts mehr kommt. Frostsichere Außenarmaturen mit langem Ventilschaft brauchen diese Prozedur nicht, sind aber in Altbauten selten verbaut.

Der Schlauch wird komplett entleert, bevor er in den Winter geht. Legen Sie ihn dazu über eine Böschung oder halten Sie ein Ende hoch und gehen Sie ihn einmal ab. Danach locker aufrollen und frostfrei lagern, denn PVC wird bei Kälte spröde und reißt an den Knickstellen. Ein Schlauchwagen von Gardena darf draußen bleiben, der Schlauch selbst besser nicht.

Regentonne, Pumpe und Bewässerungssystem

Eine volle Regentonne aus Kunststoff übersteht den Winter selten unbeschadet, weil gefrierendes Wasser sich um rund neun Prozent ausdehnt und die Wandung von innen auseinanderdrückt. Entleeren Sie die Tonne bis auf einen kleinen Rest oder lassen Sie den Auslaufhahn offen. Wer die Tonne über Winter gefüllt lassen möchte, legt ein Stück Styropor oder ein Holzscheit hinein, das den Eisdruck aufnimmt. Den Hahn selbst schrauben Sie ab und lagern ihn trocken, das ist ohnehin das erste Teil, das reißt.

Tauchpumpen und Hauswasserwerke kommen aus dem Wasser, werden entleert und trocken eingelagert. Bei Perl- und Tropfschläuchen genügt es meist, das System an der tiefsten Stelle zu öffnen und ablaufen zu lassen. Wer eine fest verlegte Bewässerung mit Versenkregnern hat, bläst die Leitungen mit maximal zwei bis drei bar Druckluft aus, höhere Drücke beschädigen die Dichtungen.

Gartengeräte winterfest machen heißt zuerst: sauber machen

Erde ist der Hauptgrund für Rost, weil sie Feuchtigkeit hält und direkt auf dem Metall liegt. Bürsten Sie Spaten, Hacken und Grabegabeln gründlich ab, bei angetrocknetem Lehm hilft ein Holzspatel oder eine Drahtbürste. Danach abtrocknen und dünn einölen, ein Lappen mit Ballistol oder harzfreiem Nähmaschinenöl reicht völlig aus.

Ein alter Gärtnertrick funktioniert bis heute: Ein Eimer mit trockenem Sand, in den ein Viertelliter Leinöl eingerührt wurde, steht neben der Werkzeugwand. Wer die Spatenklinge nach der Reinigung ein paar Mal hineinstößt, reinigt und ölt in einem Zug. Holzstiele bekommen eine Behandlung mit Leinöl, das schützt vor Rissen und vor Splittern in der Handfläche.

Schnittwerkzeug schärfen, solange die Erinnerung frisch ist

Scheren, die im Sommer gerissen statt geschnitten haben, sind entweder stumpf oder verharzt. Harz löst sich mit Spiritus oder einem speziellen Reiniger, danach folgt der Schliff. Bei einer Felco No. 2 lässt sich die Klinge einzeln abnehmen und mit dem beiliegenden Schleifstein nachziehen, immer nur die angeschrägte Seite und in der vorhandenen Fase.

Zerlegte Felco Gartenschere mit frisch geschliffener Klinge, Schleifstein und Ölfläschchen beim Gartengeräte winterfest machen

Immer nur die angeschrägte Seite und in der vorhandenen Fase schleifen. Ersatzklingen kosten wenige Euro und sind in Minuten getauscht, wenn Sie Ihre Gartengeräte winterfest machen.

Verschlissene Teile ersetzen Sie besser jetzt als im April, wenn die Rosen geschnitten werden müssen. Klingen, Federn und Gegenschneiden für gängige Marken kosten zwischen sechs und zwanzig Euro und sind in wenigen Minuten getauscht. Auch das Mähmesser gehört einmal im Jahr in die Hand, entweder mit der Flachfeile am Schraubstock oder für rund zehn Euro beim Fachhändler. Wichtig ist der Auswuchttest, ein einseitig geschliffenes Messer bringt die Motorwelle aus dem Gleichgewicht.

Akkus mögen weder Kälte noch volle Ladung

Lithium-Ionen-Akkus altern am besten, wenn sie voll geladen und warm gelagert werden, und sie nehmen Schaden, wenn sie im Frost tiefentladen liegen. Der Kompromiss für die Winterpause liegt bei 40 bis 60 Prozent Ladestand, sichtbar an zwei von vier LEDs bei den meisten Systemen. Der Lagerort sollte zwischen zehn und zwanzig Grad liegen, also eher Keller oder Abstellraum als ungedämmter Schuppen.

Zwei Werkzeugakkus im Kellerregal mit zwei leuchtenden LEDs als halber Ladestand

Zwei von vier LEDs sind der ideale Winterzustand. Voll geladen im kalten Schuppen verliert ein Akku über Monate spürbar Kapazität.

Nehmen Sie den Akku aus dem Gerät und lassen Sie ihn nicht im Ladegerät stecken. Wer im Februar einmal nachschaut und bei Bedarf kurz nachlädt, hat im Frühjahr die volle Kapazität. Ein Ersatzakku für Systeme wie Bosch Power for All oder Makita LXT kostet je nach Kapazität zwischen 50 und 130 Euro, ein Betrag, den eine falsch gelagerte Winterpause schnell vernichtet.

Benzinmotoren brauchen eine eigene Behandlung

Kraftstoff mit Ethanolanteil altert, bei E10 beginnen die ersten Probleme bereits nach drei bis vier Monaten. Entweder Sie fahren den Tank vor dem Einlagern leer, oder Sie füllen ihn randvoll und geben einen Kraftstoffstabilisator dazu, danach lassen Sie den Motor fünf Minuten laufen, damit das Mittel bis in den Vergaser gelangt. Ein halb voller Tank ist die schlechteste Variante, weil sich an der Innenwand Kondenswasser bildet.

Der Ölwechsel gehört ebenfalls in den Herbst und nicht ins Frühjahr, denn altes Öl enthält Säuren und Rückstände, die über Monate an den Lagern arbeiten. Zündkerze herausdrehen, prüfen, bei starkem Abbrand tauschen, Luftfilter reinigen, Mähdeck von unten abkratzen. Danach steht das Gerät im Frühjahr betriebsbereit da, statt drei Startversuche und einen Werkstattbesuch zu verlangen.

Wo alles überwintert

Ein trockener Lagerplatz ist wichtiger als ein beheizter. Werkzeug an der Wand hängend statt in der Ecke stehend, damit keine Feuchtigkeit von unten aufsteigt und die Schneiden nicht auf dem Boden aufliegen. Wer einen Betonboden hat, legt eine Palette oder Holzlatten unter Maschinen und Säcke.

Nutzen Sie die Gelegenheit für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Was Sie zwei Jahre nicht in der Hand hatten, brauchen Sie vermutlich nicht. Was kaputt ist, kommt jetzt zur Reparatur, solange kein Zeitdruck herrscht und die Werkstätten leer sind. Und was fehlt, notieren Sie auf einem Zettel an der Innenseite der Schuppentür.

Der Unterschied zwischen einem guten und einem mühsamen Gartenstart im März liegt selten am Wetter. Er liegt daran, ob im Oktober jemand eine Stunde investiert hat. Wenn beim ersten warmen Wochenende die Schere sauber schneidet, der Akku voll durchhält und aus dem Hahn Wasser kommt, fängt die Saison an, statt sich erst mühsam in Gang zu setzen.

Fotos: Textnetz, Generiert mit KI